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Termine

24.07.2021 | 17:00 | Stadtpark Hamburg
30.07.2021 | 18:00 | Geversdorf / Cadenberge
18.08.2021 | 19:00 | Hamburg
01.10.2021 | 18:00 | Geversdorf / Cadenberge

Scheinwerkverträge bei Audi und VW: Klage für Testfahrer eingereicht

Weitere Klagen von Betroffenen folgen

Die Zahl der Testfahrer und Techniker, die bei der VW AG und der Audi AG mit "Scheinwerkverträgen" eingesetzt werden und die ihre Festanstellung fordern, ist inzwischen auf 15 angestiegen. Die im Namen der Betroffenen von der Kanzlei RAT & TAT aufgestellte Forderung nach Auskunft über die der Beschäftigung angeblich zugrundeliegenden "Werkverträge" wurde von den Firmen abgelehnt, weil diese angeblich der "Verschwiegenheit" unterliegen würden...... Ebenso wurde die Forderung nach einer Festanstellung zurückgewiesen. Aus diesem Grunde hat unsere Kanzlei nun die erste umfangreiche Klage eines betroffenen Testfahrers beim Arbeitsgericht Braunschweig eingereicht. Zusammen mit den Anlagen umfasst die Klageschrift 40 Seiten. Sie zielt zum einen auf umfassende Auskunftserteilung durch die Automobilfirma, zum anderen auf Feststellung eines Arbeitsverhältnisses mit ihr und auf Nachzahlung der über 2000 Euro pro Monat betragenden Lohndifferenz zum Verdienst vergleichbarer Stammarbeitnehmer. Die von den Testfahrern auf dem Testgelände Ehra-Lessin verrichtete Tätigkeit sei eindeutig "prozessorientiert" und nicht "ergebnisorientiert" und könne schon begrifflich kein "Werk" im Rahmen eines Werkvertrages sein. Hinzu käme, dass es in der täglichen Praxis eine Vielzahl dokumentierter Einzelanweisungen und genereller Arbeitsanweisungen der Audi AG und der VW AG gäbe. Solche wurden in der Klage ebenso überreicht wie die Schichtpläne, aus denen sich der jeweilige tägliche Bedarf der Audi AG (in anderen Fällen der VW AG) ergäbe. Die Arbeitsordnung werde von Audi und VW AG gestaltet und durchgesetzt, wofür ebenfalls viele Beispiele (wie Platzsperren, Fahrverbote usw.) genannt werden konnten. Die Tätigkeitsergebnisse würden unmittelbar online den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen zur Verfügung gestellt und Fahrtenbücher für diese verfasst und von diesen ausgewertet. Zudem erhielten Betroffene Zusatzausbildungen durch die Unternehmen und seien in die Unternehmensstruktur nachweisbar eingebunden. Es läge nach allem eine klare Arbeitnehmerüberlassung vor, der allerdings die Erlaubnis fehle, sodass nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ein Arbeitsverhältnis mit dem Stammbetrieb zustande gekommen sei. Die Klage verweist abschliessend darauf, dass der VW Konzern in seiner "Charta der Zeitarbeit" ausdrücklich Werkverträge noch enger als die Rechtsprechung definiert. Dies dürften nur solche Arten der Fremdarbeit sein, die "im Hinblick auf Arbeitszeiten, Weisungen, Qualifizierung etc. vollständig bei der Fremdfirma verbleiben". Umso erstaunlicher sei, dass bis heute offenbar weder die zuständigen Betriebsräte noch die IG Metall Handlungsbedarf sähen. Wegen der Rechtsschutzverweigerung durch die IG Metall verweisen wir auf den unten stehenden Spendenaufruf von Leakleiharbeit. Spenden für die Rechtshilfe werden erbeten auf das Kto des ICOLAIR e.V. Nr. 160009065 bei der KSK Wesermünde BLZ 29250150 zum Stichwort "Rechtshilfe Testfahrer".

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